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Sierra Leone (Afrika)


 

Gott schenkt Seinen Kindern viele Gelegenheiten, um Sein Wort zu verkündigen. Er bereitet die Menschen dazu vor und ebnet die Wege dazu, dass Seine Diener an einen Ort gelangen können, um dort das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen.

Vor 5 Jahren kam Daniel Lusenie als Flüchtling nach Sizilien – ein junger Mann aus Sierra Leone, der gegen Ende des Bürgerkriegs (1991-2002) aus seiner Heimat floh, nachdem er jahrelang Tod und Verwüstung gesehen hatte. Er gelangte nach Gambia, wo Missionare ihn aufnahmen; durch Gottes Gnade wurde er dort errettet und daraufhin in der Bibel unterrichtet. Einige Jahre später flüchtete er weiter, bis er nach Sizilien kam.

Dort trafen wir ihn 2014 – es war eine Begegnung, der eine segensreiche Zusammenarbeit folgte. Und bis heute gebraucht der Herr diesen Bruder auf Sizilien, um dort Menschen zur Buße und zum Glauben zu rufen. Seit 2015 ist er ein Mitarbeiter bei VOH. Er wurde in den letzten Jahren in der reformatorischen Lehre unterwiesen und ist für die Evangelisationsarbeit auf Sizilien verantwortlich.

 

Warum plötzlich nach Afrika?

Daniel ist für einen 5-wöchigen Aufenthalt zurück nach Sierra Leone geflogen. Warum? Was bringt ihn dazu, zu dem Ort zurückzukehren, mit dem seine schlimmsten Erinnerungen verbunden sind?

Vor etwa 3 Jahren teilte Daniel unserem Missionsleiter ein Gebetsanliegen mit: Er bittet Gott um eine Ehefrau. – So beteten wir gemeinsam dafür. Im letzten Jahr lernte er Patricia, eine junge Frau aus seiner Heimat Sierra Leone, kennen. Als er nach 4 Jahren zum ersten Mal dorthin zurückkehrte, um sich mit Patricia zu verloben, sah Daniel auch etwas, das er zuvor nicht gesehen hatte und auch nicht sehen konnte, weil er damals noch kein Kind Gottes war: die große geistliche Not, die dort herrscht.

Daniels Freude über die Gebetserhörung war groß – der Herr sorgt für Seinen Diener! Doch zugleich war er innerlich aufgewühlt wegen der Not seines Volkes; und so bereiteten wir Daniel gemeinsam auf eine weitere Reise in diesem Jahr vor.

Gott schenkte uns durch die großzügige Gabe einiger Geschwister viele Bibeln, Material für Bibelunterricht und für Kinder. Alles konnte im Voraus nach Afrika geschickt werden. Gott hatte Daniel die geistliche Not gezeigt, Er hatte für Material gesorgt – also baten wir Ihn um willige Herzen, die Sein Wort aufnehmen.

Voller Vorfreude begab sich Daniel nun erneut auf die Reise nach Afrika zu seiner Verlobten. Gemeinsam mit ihrer Familie bereiteten sie sich auf die Hochzeit vor und schlossen miteinander den Ehebund.

 


 

 

 

 

 

 

Bibelunterricht in Afrika

»Vertraue auf den HERRN und tue Gutes, wohne im Land und übe Treue; und habe deine Lust am HERRN, so wird Er dir geben, was dein Herz begehrt! Befiehl dem HERRN deinen Weg, und vertraue auf Ihn, so wird Er es vollbringen.« (Psalm 37,3-5)

 

Grundlagen des Glaubens

Als Daniel eine Woche nach seiner Hochzeit den Unterricht ankündigte, war unsere Überraschung und Freude groß, dass ca. 100 Leute kommen wollten, darunter einige Pastoren und Lehrer. Leider war das vorhandene Material nur für 70 Personen vorgesehen; doch es wurde so aufgeteilt, dass jeder Teilnehmer gut mitkam. Gott sei Dank dafür, dass die Lieferung rechtzeitig und gut angekommen war!

Sie trafen sich täglich von 9:00 bis 13:30 Uhr. Zunächst stellte Daniel den Schülern vor, woher er kam und was das Ziel des Missionswerkes Voice of Hope ist. Er malte ihnen vor Augen, wie wichtig es ist, den Menschen das Evangelium von der freien Gnade zu bringen und jedem Gläubigen eine gute, bibelfundierte Grundlage für seinen Glauben zu vermitteln.

Das war es ja auch, was er nun vorhatte.

Daniels Lehrmethode war ein Unterricht, bei dem er viele Fragen stellte; zu jeder Frage wurde gemeinsam der Bibeltext gelesen und die Antwort anhand dieses Textes herausgefunden. Darüber hinaus stellte Daniel weitere Fragen, die die afrikanischen Schüler persönlich sowie ihre Problembereiche betreffen, wie beispielsweise: über Musik, wenn es um die Anbetung Gottes ging; über Gaben wie Zungenreden, wenn sie auf die Geistesgaben zu sprechen kamen; über Wunder, usw.

 

Einige Unterrichtsthemen waren:

1. Die Allgenugsamkeit der Schrift

2. Wie man die Bibel kennen lernt und studiert

3. Gottes Wesen und Eigenschaften

4. Die Person Jesu Christi

5. Das Werk Christi

6. Die Errettung, Wiedergeburt und Bekehrung

7. Die Person und der Dienst des Heiligen Geistes

8. Der Christ und das Gebet

 

»Die Reaktionen der Schüler auf diesen Glaubensgrundkurs sind sehr ermutigend«, berichtete Daniel uns während seiner Zeit in seiner Heimat. »Viele, die sich für Christen hielten, erkennen jetzt, dass sie noch gar nicht errettet sind.« – »Herr, bitte gebrauche diese Worte aus Deinem Mund zu ihrer Errettung!«, ist heute unser Gebet. »Baue Dein Reich in diesem afrikanischen Dorf in Sierra Leone weiter auf!«

  

Was ist der Rettungsplan Gottes?

Da viele der Schüler erstaunt waren über die Wahrheit der Schrift, dass es nur einen Weg zu Gott gibt, wollte Daniel an einem Tag noch ausführlicher über Jesus Christus als dem einzigen Weg zu Gott sprechen.

Die Sonne brannte heiß vom Himmel, als diese Lektion gehalten werden sollte, und da die Stromversorgung vor Ort ein großes Problem ist, gab es nichts, was Milderung verschaffen konnte. Zudem war wenig Wasser vorhanden. Doch es waren so viele Schüler, die am Unterricht teilnehmen wollten, dass der Raum völlig überfüllt gewesen wäre. Also wurde die Klasse kurzerhand in zwei Gruppen aufgeteilt.

Ist es nicht erstaunlich, dass so viele Menschen kommen, wenn einzig und allein das Wort Gottes gepredigt wird?! Über diese wunderbare Gebetserhörung konnten wir nur staunen und dem Herrn dafür danken!

 

Der Schöpfungsbericht für Kinder

Das Material für Kinder – ein Heft über die Schöpfungsgeschichte – verteilte Daniel in einer christlichen Schule. Leider war auch davon bei Weitem nicht genug vorhanden, und es entwickelte sich Streit unter den Kindern; einige weinten sogar, weil sie kein Heft bekamen. Daniel verbrachte zwei Stunden mit den Schülern der gesamten Schule, und sie lasen gemeinsam Seite für Seite. Lehrer wie Schüler waren glücklich über diese Lektion aus Gottes Wort. Daraufhin baten die Lehrer um weiteres Material für die Kinder.

 

Schwierigkeiten, die zu überwinden waren

Um das Vorhaben zu verwirklichen, in der Umgebung das Evangelium zu predigen, waren für Daniel zum Teil weite Strecken zurückzulegen. Zu Fuß hätte das viel Zeit gekostet. Doch Gott half ihm durch einen Bruder im Herrn, der ebenfalls am Bibelunterricht teilnahm und ihm für die Zeit seines Aufenthalts sein Motorrad auslieh. Möge Gott ihm diese Wohltat vergelten!

Leider erkrankte Daniel während seiner Zeit in Sierra Leone an Malaria, weshalb wir eine Zeit lang keine Nachricht von ihm erhielten. Doch unser himmlischer Vater war ihm gnädig und richtete ihn wieder auf, sodass er gesund wieder nach Sizilien in seine jetzige Heimat zurückreisen konnte.

Der ist gesegnet, der sein Vertrauen auf den Herrn setzt, denn außer Ihm gibt es keinen sicheren Halt und keinen Hirten, der besser für seine Herde sorgt! 

 

 


 

 

 

 

 

»Wir können den Menschen das Wichtigste geben
– Gottes Wort!«

»Wer sich über den Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und Er wird ihm seine Wohltat vergelten.« Spr. 19,17

 

Sierra Leone liegt dicht am Äquator. Das ganze Jahr über ist dort drückende Hitze. Die Luft ist sehr feucht, auch wenn es nicht ganz so viel regnet wie in den Tropen; das Land ist saftig grün. Der kleine Ort Jimmi, im Süden des Landes, war das Ziel der Reise, die Daniel Lusenie, Mitarbeiter bei VOH und Missionar auf Sizilien, im September dieses Jahres machte. Die Menschen dort strahlten vor Freude, als er kam. Sie freuen sich über Besuch und sind sehr gastfreundlich, auch wenn sie kaum etwas besitzen. In der Tat ist die Not der Menschen in Jimmi größer, als man denkt.

 

Ihr Alltag

Armut und Hunger

Hier sehen wir kleine Häuser aus Lehm mit einem Strohdach, oder Wellblechhütten. Eine sierra-leonische Familie wohnt normalerweise in einem solchen Häuschen. Die größte Rolle in ihrem Alltag spielt ihr Broterwerb, denn in diesem Land herrscht große Armut. Es zählt zu den 10 ärmsten Ländern der Welt. Nach der verheerenden Ebola-Epidemie 2014-2016, die über 14.000 Opfer forderte, gab es noch mehr Hunger und Mangelernährung. Die Folgen zeigen sich darin, dass jedes dritte Kind eine Wachstumsverzögerung hat und zu klein für sein Alter ist. Und fast jedes zehnte Kind leidet unter Unterernährung, ist deutlich untergewichtig und ausgezehrt. Auch besonders viele Frauen sind mangelernährt. Ein bisschen Reis- oder Maniokanbau, sowie Früchte aus dem Wald helfen den Menschen dort, zu überleben.

 

Trinkwassermangel

Angesichts des Klimas werden sich manche darüber wundern, dass die Wasserversorgung bedrohlich schlecht ist. Ja, es regnet viel; und dennoch haben die Menschen kaum Trinkwasser. Woran liegt das? Sie haben nicht das nötige Geld, um einen Brunnen bohren zu lassen, und das Wasser sammelt sich in Tümpeln, Bächen oder Rinnsalen, die sich durch das Dorf schlängeln. Diese Bäche – braun, stinkend, voller Lumpen und Plastikmüll – sind die Wasserquelle der einfachen Bürger. »Du trinkst es einfach. Du hast Durst, und es ist heiß«, erzählte Daniel. »Nur wohlhabendere Menschen können es sich leisten, in Plastikbeuteln eingeschweißtes oder in Flaschen abgefülltes Wasser zu kaufen.« In vielen Orten wurde die Trinkwassernot unter anderem dadurch gelindert, dass Entwicklungshelfer einen Brunnen bohrten. Doch in Jimmi gibt es noch keine Quelle, aus der die Leute sauberes Trinkwasser schöpfen könnten.

 

Schwaches Bildungssystem

Darüber hinaus wurde durch den Bürgerkrieg 1991-2002 das ohnehin schwache Bildungssystem weiter zerstört, und auch die Ebola-Krise trug dazu bei, dass Schulen geschlossen wurden. Viele Familien können das Geld für Schulmaterial nicht aufbringen, und so bleiben ihre Kinder zu Hause und werden zu Analphabeten.

 

Krankheiten

Mangel an Nahrung und Hygiene, fehlende Latrinen, verschmutztes Trinkwasser, dazu die Hitze und krankheitsübertragende Insekten – da sind Infektionen vorprogrammiert: die Ebola-Krise, Durchfallerkrankungen und der Cholera-Ausbruch 2012 mit 392 Todesopfern, Gelbfieber, Dengue-Fieber, Malaria, AIDS.

 

Armut durch Enteignung

Für die Not zahlreicher Menschen in Sierra Leone sind auch die Europäer verantwortlich. Einige Sierra-Leoner hatten ihr eigenes kleines Landstück, um dort so viel Nahrung anzubauen, dass sie genug zu essen hatten und sogar einen Teil verkaufen konnten, um die Schulbildung ihrer Kinder zu bezahlen. Doch dann kamen europäische Unternehmer, um Zuckerrohr anzubauen und daraus Benzin für europäische Tanks zu gewinnen. Wenn die Sierra-Leoner überhaupt etwas dabei bekamen, dann war es nur ein minimaler Pacht-Betrag, der im Vergleich zum existenziellen Verlust geradezu kümmerlich ist.

»Sie enteignen Menschen, nehmen ihnen das Land, verschmutzen den Fluss. Die Leute können in den Dörfern nicht mehr überleben. Also brechen sie auf und flüchten nach Europa wegen einem Projekt, von dem die Deutschen behaupten, es sei ein Vorzeigeprojekt«, erklärte Prof. Unisa Kamara von der Universität in Makeni.

 

Die größte Not

Die größte Not der Einwohner von Jimmi ist jedoch eine andere. Sie spiegelt sich im Familienleben, in den Schulen, in den Kirchen, einfach überall wider. Kaum einer kennt das Evangelium, das Wort Gottes, das die Kraft hat, Menschen zu erretten und zu verändern. Einige nennen sich Moslems, die anderen nennen sich Christen, und dann gibt es noch Einwohner, die beides gleichzeitig, Christentum und Islam, praktizieren, wie sie meinen. Dabei gibt es kaum eine Familie, in der sich alle Mitglieder nur zum Christentum oder nur zum Islam bekennen. Und auch in der Schule sieht es nicht anders aus: Die meisten Schulen sind »christliche« Schulen. Deshalb gehen auch Moslems dorthin, um zu lernen. Zudem werden in der »christlichen« Grundschule in Jimmi die Kinder zum Teil von moslemischen Lehrern unterrichtet. Ihr Bekenntnis und das alltägliche Leben sind jedoch zwei Paar Schuhe.

Warum ist das so? Warum sagen sie, sie seien Christen, haben aber Angst vor bösen Geistern? – Sie kennen Gottes Wort nicht. Kaum einer von ihnen hatte eine Bibel, bevor Daniel einige dieser kostbaren Bücher mitgebracht hatte. Sie kennen den Herrn Jesus nicht. Finden Zeremonien statt, bei denen beispielsweise die Verstorbenen angebetet werden, sind auch die »Christen« dabei. Sie glauben, das Fieber sei die böse Attacke eines Menschen, der einen Medizinmann oder eine Hexe bezahlt habe, um dem Kranken oder seiner Familie zu schaden. Deshalb rufen sie wiederum einen Medizinmann oder Zauberer, der mit schaurigen Ritualen und Gesängen den Fluch von dem Kranken abzuwenden sucht. Hat dies nichts gebracht, wird der Pastor der Kirche gerufen, damit er den Kranken heile. Daniel stellte fest: »Du musst ein Beter sein, um als echter Christ dort leben zu können!«

 

Wie können wir ihnen helfen?

Als er dieses Dorf besuchte, kam eine große Menschenmenge zusammen. Er teilte ihnen mit, dass er vom Missionswerk Voice of Hope aus Europa gekommen sei, um ihnen die frohe Botschaft von Jesus Christus zu erzählen. Ihre Augen strahlten vor Freude. Viele sogen begierig alles auf, was er predigte. Wer eine Bibel bekommen hatte, las mit. Es war kein Problem für sie, stundenlang zuzuhören. Sie sind offen für das Wort und die Predigt. Was ist der Grund für ihre Freude? Freuen sie sich darüber, das Evangelium zu hören? Das mag vielleicht bei einigen der Fall sein; aber im Moment freuen sich die meisten einfach nur darüber, dass jemand extra zu ihnen gekommen ist und ihnen ganz anders von Jesus erzählt, als sie es jemals gehört haben; sie ähneln darin vielleicht den Griechen in Athen, die Paulus zuhörten, als er ihnen von dem unbekannten Gott erzählte.

Lassen Sie uns gemeinsam Gott danken für diese wunderbare Gelegenheit, das Evangelium in Sierra Leone auszubreiten! Beten Sie dafür, dass diese Menschen Jesus Christus als den Sohn Gottes, als den Herrn erkennen und an Ihn glauben, sodass sie errettet werden!

Was wir im Moment für dieses afrikanische Dorf tun können:

1. Wir versorgen die Einwohner mit Bibeln und gesunder biblischer Literatur.

2. Wir senden ihnen gute Predigten und Vorträge auf CD zu.

3. Wir müssen alles dem Herrn vorlegen, und Er kann Herzen verändern. Er sieht ins Innere. Das Wort Gottes hat Kraft; wenn das Kreuz Christi gepredigt wird, ist es Gottes Kraft zur Errettung derer, die glauben.

4. Sie brauchen dringend Evangelisten, die ihnen die Wahrheit predigen. Bitte beten Sie dafür und unterstützen Sie die Reisen von Daniel Lusenie nach Afrika, damit er ihnen das Wort Gottes predigen kann!

5. Lassen Sie uns gemeinsam für weitere Möglichkeiten beten, um den Menschen in Sierra Leone zu helfen!

 


 

 

 

 

 

»Das Licht des Evangeliums«

»Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen; über den Bewohnern des Landes der Todesschatten ist ein Licht aufgeleuchtet.« Jesaja 9,1

 

In großen Gegensätzen spricht der Prophet Jesaja zu Israel. Er spricht von »Finsternis« und »Licht« und von einem Volk, das in der Finsternis lebt und ein hell leuchtendes Licht gesehen hat. Der Prophet spricht hier von einer geistlichen Dunkelheit, die dann da ist, wenn man von Gott abgewandt lebt. Leben in der Finsternis heißt: leben ohne Gott, ohne das Licht des Evangeliums.

Viele Menschen wandeln heute im Finstern und suchen ihre Erlösung auf selbsterwählten Wegen! Aber auch ganze Völker in dieser Welt quälen sich im Ringen um Erlösung und tappen dabei im Dunkeln, weil sie das Licht Jesu Christi nicht sehen und viele es auch nicht sehen wollen! Man will die Zustände bessern, man will neue Gesetze, alles Mögliche will man – natürlich in ehrlicher Absicht, um Recht und Fortschritt zu schaffen, aber man kommt nicht zum Ziel. Es ist, als wolle man mit Laternen das ganze Land erhellen.

Doch was ist das »große Licht«?

Das Volk Israel lebte um ca. 700 Jahre v. Chr. distanziert von Gott und ging ohne Ihn seinen Weg durch viele selbstverschuldete Probleme. In diese Situation gibt Gott durch den Propheten Jesaja dieses Wort, dass Jesus Christus als »das Licht der Welt« kommen werde. Davon ist in Jesaja 9,5 die Rede, wo die Geburt des Messias angekündigt wird. Als Jesus Christus dann in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, glaubten nicht viele Menschen dem Evangelium, das Er verkündigt hat. »Allen aber, die Ihn aufnahmen, denen gab Er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an Seinen Namen glauben« (Joh. 1,12). Das ist bis heute so.

Das Volk, das in Finsternis ist

Jimmi – ein kleines Dorf in Sierra Leone, Afrika. Die Einwohner leben zum Teil sehr zerstreut. Es gibt nur sehr schlechte Zugänge zu Straßen. Man hat kaum frisches Wasser; den Großteil des benötigten Trinkwassers schöpft man aus schmutzigen Tümpeln oder Bächen.

Was die Menschen dort an Wissen haben, wurde seit jeher hauptsächlich von den Vorfahren mündlich überliefert. Aufgrund des Mangels an Aufklärung und Bildung haben sich Lüge und Finsternis sehr verbreitet. Die Furcht vor den Geistern, die alles beherrschen, und die Geisterbeschwörer halten die Menschen in ihrem Bann. Der Glaube der Jimmi-Einwohner besteht aus einer Mischung von Islam, charismatischem Christentum und dem Aber- oder Geisterglauben ihrer Vorfahren. Die Menschen leben praktisch in der Finsternis, ohne Gott, ohne das Licht des Evangeliums.

Licht in der Dunkelheit

Als die Menschen in Jimmi im letzten Jahr zum ersten Mal die echte Botschaft der Bibel hörten, sagten sie: »Diese Lehre ist völlig anders als alles, was wir je gehört haben.« Sie hörten, dass sie sich nicht vor den Geistern zu fürchten brauchen, sondern dass sie vielmehr den lebendigen Schöpfer-Gott fürchten sollen. Sie hörten von Adam und dem großen Sündenfall, und wie die Dunkelheit der Erbsünde über die ganze Menschheit kam, sodass alle Menschen seither moralisch total verdorben sind. Sie sind nicht mehr fähig, sich selbst zu befreien, »weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht« (Römer 8,7).

Gibt es Hoffnung?

Ja, der barmherzige Gott, der eigentlich alle Menschen bestrafen muss, wurde aufgrund Seiner Liebe zu den verlorenen Menschen dazu bewegt, Seinen Sohn als Opfer für die Sünden Seines Volkes hinzugeben. Aber auch der Sohn ließ sich von Seiner Liebe dazu bewegen, sich freiwillig für Sein Volk zu opfern. Denn von Christus heißt es: »In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen« (Joh. 1,4). Wenn das Licht des Evangeliums in das Leben eines Sünders hineinleuchtet, werden viele Dinge offenbar. Der Mensch sieht beispielsweise, dass sein bisheriges Leben ohne
Gott eigentlich Finsternis ist und ins Verderben führt.

Um diese Wahrheit zu erklären, brauchte es mehrere Tage. Daniel, Voice of Hope-Mitarbeiter auf Sizilien, tat es mit größter Sorgfalt. Viele Fragen mussten gemeinsam besprochen werden, wie z. B.:

Wenn Gott gemäß Seiner Gerechtigkeit handelt, muss Er doch alle Sünder verdammen.

• Wie kann Er den Sünder rechtfertigen?

• Warum wurde Jesus am Kreuz als Opfer hingerichtet?

• Wie können wir von der Macht der Sünde frei werden?

• Was bedeutet: Buße tun?

• Was ist ein rettender Glaube?

Dieses Evangelium hatten sie zuvor noch nicht gehört. Es ist das Wort vom Kreuz, wodurch der Herr Sein Werk in den Herzen dieser Afrikaner begann. Es ist das Licht der Wahrheit, das in die Herzen hineinfällt, die Gott zuvor geöffnet hat, damit sie die Botschaft empfangen konnten.

Wir wissen nicht, wie viele der Herr aus diesem Ort errettet; aber eins ist gewiss: dass die Rettung nur aus Gnade allein stattfindet, allein durch die Schrift, allein durch den Glauben, allein in Jesus Christus. Und mit diesem Wissen sollen wir den Menschen in Jimmi das Wort Gottes predigen, durch das sie gerettet werden können.

Bibeln erreichen Jimmi

Zudem hatten wir bereits und haben noch die Möglichkeit, den Menschen in Jimmi auch auf andere Weise zu helfen – mit Bibeln, biblisch fundierten Predigten, zum Beispiel auf CD. Und es ist ohne Zweifel der Herr, der uns diese Möglichkeiten eröffnet hat und unsere Herzen sowie die Herzen einiger Missionsfreunde für diesen Dienst erwärmt hat. Einige Geschwister haben mit uns dafür gebetet, dass der Herr Seine Gemeinde in Jimmi baut, und einige haben für Bibeln, lehrreiche Bücher oder Reisen gespendet.

Wir möchten Ihnen dafür danken und Ihnen sagen, dass der Herr Sie durch diesen Dienst oder diese Gabe gebraucht hat, um eine weitere Ladung von Bibeln und gutem bibeltreuem Material auf den Weg zu bringen. Die Lieferung befindet sich bereits vor Ort.

Was nun?

Was passiert nun mit den Einwohnern von Jimmi? Es gibt dort nun einige, die das Evangelium gehört haben und denen es keine Ruhe lässt. Sie suchen und fragen nach der Wahrheit. Doch die langjährige Religionsvermischung hat sie verwirrt, sodass sie in vielen Situationen im Alltag nicht zu unterscheiden vermögen, was Wahrheit und was Lüge, was richtig und was falsch ist. Doch gleichzeitig sehen wir bei ihnen einen bemerkenswerten Eifer darin, aus dem Wort zu lernen. Sie brauchen Hilfe und Anleitung.

Nachdem sie vom Rettungsplan Gottes erfahren haben, wäre es unverantwortlich, sie jetzt auf sich selbst gestellt zu lassen. Wenn wir auch nicht ständig bei ihnen sein können, hat Daniel doch regelmäßig Kontakt. Es werden ihnen Aufgaben vorgelegt, damit sie sich im Wort Gottes vertiefen, und sie lesen die erbaulichen Bücher, die sie bekommen haben.

Bruder Daniel ermutigt sie, die Bibel vor allem allein in der Stille intensiv zu studieren. Sie sollten zum Beispiel das 1. Buch Mose oder einen der Briefe des Neuen Testamentes lesen, um anschließend eine Zusammenfassung darüber zu schreiben. Dadurch lernen sie, die Zusammenhänge der Schrift zu verstehen, und erkennen Gottes Handeln mit den Menschen, um daraus Lehren für ihren Alltag zu ziehen und Fragen zu beantworten, wie: Welcher Sünde hat sich der Mensch schuldig gemacht? Wie hat Gott diese Sünde bestraft? Gibt es diese Sünde in meinem Leben, vielleicht in etwas anderer Form? Was muss ich tun, damit Gottes Name nicht geschändet wird? Welche Gesinnung und welches Handeln ehrt Gott? Wie hat Gott dieses gesegnet?

Manchmal haben sie einen Bibeltext falsch verstanden und müssen dann korrigiert werden. Bei diesem Unterricht in den biblischen Wahrheiten ist größte Sorgfalt und Hingabe nötig. Dazu nutzen wir unter anderem sorgfältig ausgewählte Predigten, zum Beispiel von R.C. Sproul, P. Masters, J. MacArthur, P. Washer usw., die im Internet frei zur Verfügung gestellt werden und deshalb nicht auf den langen weiten Weg nach Afrika per Post geschickt werden müssen.