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Sierra Leone (Afrika)


 

Gott schenkt Seinen Kindern viele Gelegenheiten, um Sein Wort zu verkündigen. Er bereitet die Menschen dazu vor und ebnet die Wege dazu, dass Seine Diener an einen Ort gelangen können, um dort das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen.

Vor 5 Jahren kam Daniel Lusenie als Flüchtling nach Sizilien – ein junger Mann aus Sierra Leone, der gegen Ende des Bürgerkriegs (1991-2002) aus seiner Heimat floh, nachdem er jahrelang Tod und Verwüstung gesehen hatte. Er gelangte nach Gambia, wo Missionare ihn aufnahmen; durch Gottes Gnade wurde er dort errettet und daraufhin in der Bibel unterrichtet. Einige Jahre später flüchtete er weiter, bis er nach Sizilien kam.

Dort trafen wir ihn 2014 – es war eine Begegnung, der eine segensreiche Zusammenarbeit folgte. Und bis heute gebraucht der Herr diesen Bruder auf Sizilien, um dort Menschen zur Buße und zum Glauben zu rufen. Seit 2015 ist er ein Mitarbeiter bei VOH. Er wurde in den letzten Jahren in der reformatorischen Lehre unterwiesen und ist für die Evangelisationsarbeit auf Sizilien verantwortlich.

 

Warum plötzlich nach Afrika?

Daniel ist für einen 5-wöchigen Aufenthalt zurück nach Sierra Leone geflogen. Warum? Was bringt ihn dazu, zu dem Ort zurückzukehren, mit dem seine schlimmsten Erinnerungen verbunden sind?

Vor etwa 3 Jahren teilte Daniel unserem Missionsleiter ein Gebetsanliegen mit: Er bittet Gott um eine Ehefrau. – So beteten wir gemeinsam dafür. Im letzten Jahr lernte er Patricia, eine junge Frau aus seiner Heimat Sierra Leone, kennen. Als er nach 4 Jahren zum ersten Mal dorthin zurückkehrte, um sich mit Patricia zu verloben, sah Daniel auch etwas, das er zuvor nicht gesehen hatte und auch nicht sehen konnte, weil er damals noch kein Kind Gottes war: die große geistliche Not, die dort herrscht.

Daniels Freude über die Gebetserhörung war groß – der Herr sorgt für Seinen Diener! Doch zugleich war er innerlich aufgewühlt wegen der Not seines Volkes; und so bereiteten wir Daniel gemeinsam auf eine weitere Reise in diesem Jahr vor.

Gott schenkte uns durch die großzügige Gabe einiger Geschwister viele Bibeln, Material für Bibelunterricht und für Kinder. Alles konnte im Voraus nach Afrika geschickt werden. Gott hatte Daniel die geistliche Not gezeigt, Er hatte für Material gesorgt – also baten wir Ihn um willige Herzen, die Sein Wort aufnehmen.

Voller Vorfreude begab sich Daniel nun erneut auf die Reise nach Afrika zu seiner Verlobten. Gemeinsam mit ihrer Familie bereiteten sie sich auf die Hochzeit vor und schlossen miteinander den Ehebund.

 


 

 

 

 

 

Bibelunterricht in Afrika

»Vertraue auf den HERRN und tue Gutes, wohne im Land und übe Treue; und habe deine Lust am HERRN, so wird Er dir geben, was dein Herz begehrt! Befiehl dem HERRN deinen Weg, und vertraue auf Ihn, so wird Er es vollbringen.« (Psalm 37,3-5)

 

Grundlagen des Glaubens

Als Daniel eine Woche nach seiner Hochzeit den Unterricht ankündigte, war unsere Überraschung und Freude groß, dass ca. 100 Leute kommen wollten, darunter einige Pastoren und Lehrer. Leider war das vorhandene Material nur für 70 Personen vorgesehen; doch es wurde so aufgeteilt, dass jeder Teilnehmer gut mitkam. Gott sei Dank dafür, dass die Lieferung rechtzeitig und gut angekommen war!

Sie trafen sich täglich von 9:00 bis 13:30 Uhr. Zunächst stellte Daniel den Schülern vor, woher er kam und was das Ziel des Missionswerkes Voice of Hope ist. Er malte ihnen vor Augen, wie wichtig es ist, den Menschen das Evangelium von der freien Gnade zu bringen und jedem Gläubigen eine gute, bibelfundierte Grundlage für seinen Glauben zu vermitteln.

Das war es ja auch, was er nun vorhatte.

Daniels Lehrmethode war ein Unterricht, bei dem er viele Fragen stellte; zu jeder Frage wurde gemeinsam der Bibeltext gelesen und die Antwort anhand dieses Textes herausgefunden. Darüber hinaus stellte Daniel weitere Fragen, die die afrikanischen Schüler persönlich sowie ihre Problembereiche betreffen, wie beispielsweise: über Musik, wenn es um die Anbetung Gottes ging; über Gaben wie Zungenreden, wenn sie auf die Geistesgaben zu sprechen kamen; über Wunder, usw.

 

Einige Unterrichtsthemen waren:

1. Die Allgenugsamkeit der Schrift

2. Wie man die Bibel kennen lernt und studiert

3. Gottes Wesen und Eigenschaften

4. Die Person Jesu Christi

5. Das Werk Christi

6. Die Errettung, Wiedergeburt und Bekehrung

7. Die Person und der Dienst des Heiligen Geistes

8. Der Christ und das Gebet

 

»Die Reaktionen der Schüler auf diesen Glaubensgrundkurs sind sehr ermutigend«, berichtete Daniel uns während seiner Zeit in seiner Heimat. »Viele, die sich für Christen hielten, erkennen jetzt, dass sie noch gar nicht errettet sind.« – »Herr, bitte gebrauche diese Worte aus Deinem Mund zu ihrer Errettung!«, ist heute unser Gebet. »Baue Dein Reich in diesem afrikanischen Dorf in Sierra Leone weiter auf!«

  

Was ist der Rettungsplan Gottes?

Da viele der Schüler erstaunt waren über die Wahrheit der Schrift, dass es nur einen Weg zu Gott gibt, wollte Daniel an einem Tag noch ausführlicher über Jesus Christus als dem einzigen Weg zu Gott sprechen.

Die Sonne brannte heiß vom Himmel, als diese Lektion gehalten werden sollte, und da die Stromversorgung vor Ort ein großes Problem ist, gab es nichts, was Milderung verschaffen konnte. Zudem war wenig Wasser vorhanden. Doch es waren so viele Schüler, die am Unterricht teilnehmen wollten, dass der Raum völlig überfüllt gewesen wäre. Also wurde die Klasse kurzerhand in zwei Gruppen aufgeteilt.

Ist es nicht erstaunlich, dass so viele Menschen kommen, wenn einzig und allein das Wort Gottes gepredigt wird?! Über diese wunderbare Gebetserhörung konnten wir nur staunen und dem Herrn dafür danken!

 

Der Schöpfungsbericht für Kinder

Das Material für Kinder – ein Heft über die Schöpfungsgeschichte – verteilte Daniel in einer christlichen Schule. Leider war auch davon bei Weitem nicht genug vorhanden, und es entwickelte sich Streit unter den Kindern; einige weinten sogar, weil sie kein Heft bekamen. Daniel verbrachte zwei Stunden mit den Schülern der gesamten Schule, und sie lasen gemeinsam Seite für Seite. Lehrer wie Schüler waren glücklich über diese Lektion aus Gottes Wort. Daraufhin baten die Lehrer um weiteres Material für die Kinder.

 

Schwierigkeiten, die zu überwinden waren

Um das Vorhaben zu verwirklichen, in der Umgebung das Evangelium zu predigen, waren für Daniel zum Teil weite Strecken zurückzulegen. Zu Fuß hätte das viel Zeit gekostet. Doch Gott half ihm durch einen Bruder im Herrn, der ebenfalls am Bibelunterricht teilnahm und ihm für die Zeit seines Aufenthalts sein Motorrad auslieh. Möge Gott ihm diese Wohltat vergelten!

Leider erkrankte Daniel während seiner Zeit in Sierra Leone an Malaria, weshalb wir eine Zeit lang keine Nachricht von ihm erhielten. Doch unser himmlischer Vater war ihm gnädig und richtete ihn wieder auf, sodass er gesund wieder nach Sizilien in seine jetzige Heimat zurückreisen konnte.

Der ist gesegnet, der sein Vertrauen auf den Herrn setzt, denn außer Ihm gibt es keinen sicheren Halt und keinen Hirten, der besser für seine Herde sorgt! 

 

 


 

 

 

 

»Wir können den Menschen das Wichtigste geben
– Gottes Wort!«

»Wer sich über den Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und Er wird ihm seine Wohltat vergelten.« Spr. 19,17

 

Sierra Leone liegt dicht am Äquator. Das ganze Jahr über ist dort drückende Hitze. Die Luft ist sehr feucht, auch wenn es nicht ganz so viel regnet wie in den Tropen; das Land ist saftig grün. Der kleine Ort Jimmi, im Süden des Landes, war das Ziel der Reise, die Daniel Lusenie, Mitarbeiter bei VOH und Missionar auf Sizilien, im September dieses Jahres machte. Die Menschen dort strahlten vor Freude, als er kam. Sie freuen sich über Besuch und sind sehr gastfreundlich, auch wenn sie kaum etwas besitzen. In der Tat ist die Not der Menschen in Jimmi größer, als man denkt.

 

Ihr Alltag

Armut und Hunger

Hier sehen wir kleine Häuser aus Lehm mit einem Strohdach, oder Wellblechhütten. Eine sierra-leonische Familie wohnt normalerweise in einem solchen Häuschen. Die größte Rolle in ihrem Alltag spielt ihr Broterwerb, denn in diesem Land herrscht große Armut. Es zählt zu den 10 ärmsten Ländern der Welt. Nach der verheerenden Ebola-Epidemie 2014-2016, die über 14.000 Opfer forderte, gab es noch mehr Hunger und Mangelernährung. Die Folgen zeigen sich darin, dass jedes dritte Kind eine Wachstumsverzögerung hat und zu klein für sein Alter ist. Und fast jedes zehnte Kind leidet unter Unterernährung, ist deutlich untergewichtig und ausgezehrt. Auch besonders viele Frauen sind mangelernährt. Ein bisschen Reis- oder Maniokanbau, sowie Früchte aus dem Wald helfen den Menschen dort, zu überleben.

 

Trinkwassermangel

Angesichts des Klimas werden sich manche darüber wundern, dass die Wasserversorgung bedrohlich schlecht ist. Ja, es regnet viel; und dennoch haben die Menschen kaum Trinkwasser. Woran liegt das? Sie haben nicht das nötige Geld, um einen Brunnen bohren zu lassen, und das Wasser sammelt sich in Tümpeln, Bächen oder Rinnsalen, die sich durch das Dorf schlängeln. Diese Bäche – braun, stinkend, voller Lumpen und Plastikmüll – sind die Wasserquelle der einfachen Bürger. »Du trinkst es einfach. Du hast Durst, und es ist heiß«, erzählte Daniel. »Nur wohlhabendere Menschen können es sich leisten, in Plastikbeuteln eingeschweißtes oder in Flaschen abgefülltes Wasser zu kaufen.« In vielen Orten wurde die Trinkwassernot unter anderem dadurch gelindert, dass Entwicklungshelfer einen Brunnen bohrten. Doch in Jimmi gibt es noch keine Quelle, aus der die Leute sauberes Trinkwasser schöpfen könnten.

 

Schwaches Bildungssystem

Darüber hinaus wurde durch den Bürgerkrieg 1991-2002 das ohnehin schwache Bildungssystem weiter zerstört, und auch die Ebola-Krise trug dazu bei, dass Schulen geschlossen wurden. Viele Familien können das Geld für Schulmaterial nicht aufbringen, und so bleiben ihre Kinder zu Hause und werden zu Analphabeten.

 

Krankheiten

Mangel an Nahrung und Hygiene, fehlende Latrinen, verschmutztes Trinkwasser, dazu die Hitze und krankheitsübertragende Insekten – da sind Infektionen vorprogrammiert: die Ebola-Krise, Durchfallerkrankungen und der Cholera-Ausbruch 2012 mit 392 Todesopfern, Gelbfieber, Dengue-Fieber, Malaria, AIDS.

 

Armut durch Enteignung

Für die Not zahlreicher Menschen in Sierra Leone sind auch die Europäer verantwortlich. Einige Sierra-Leoner hatten ihr eigenes kleines Landstück, um dort so viel Nahrung anzubauen, dass sie genug zu essen hatten und sogar einen Teil verkaufen konnten, um die Schulbildung ihrer Kinder zu bezahlen. Doch dann kamen europäische Unternehmer, um Zuckerrohr anzubauen und daraus Benzin für europäische Tanks zu gewinnen. Wenn die Sierra-Leoner überhaupt etwas dabei bekamen, dann war es nur ein minimaler Pacht-Betrag, der im Vergleich zum existenziellen Verlust geradezu kümmerlich ist.

»Sie enteignen Menschen, nehmen ihnen das Land, verschmutzen den Fluss. Die Leute können in den Dörfern nicht mehr überleben. Also brechen sie auf und flüchten nach Europa wegen einem Projekt, von dem die Deutschen behaupten, es sei ein Vorzeigeprojekt«, erklärte Prof. Unisa Kamara von der Universität in Makeni.

 

Die größte Not

Die größte Not der Einwohner von Jimmi ist jedoch eine andere. Sie spiegelt sich im Familienleben, in den Schulen, in den Kirchen, einfach überall wider. Kaum einer kennt das Evangelium, das Wort Gottes, das die Kraft hat, Menschen zu erretten und zu verändern. Einige nennen sich Moslems, die anderen nennen sich Christen, und dann gibt es noch Einwohner, die beides gleichzeitig, Christentum und Islam, praktizieren, wie sie meinen. Dabei gibt es kaum eine Familie, in der sich alle Mitglieder nur zum Christentum oder nur zum Islam bekennen. Und auch in der Schule sieht es nicht anders aus: Die meisten Schulen sind »christliche« Schulen. Deshalb gehen auch Moslems dorthin, um zu lernen. Zudem werden in der »christlichen« Grundschule in Jimmi die Kinder zum Teil von moslemischen Lehrern unterrichtet. Ihr Bekenntnis und das alltägliche Leben sind jedoch zwei Paar Schuhe.

Warum ist das so? Warum sagen sie, sie seien Christen, haben aber Angst vor bösen Geistern? – Sie kennen Gottes Wort nicht. Kaum einer von ihnen hatte eine Bibel, bevor Daniel einige dieser kostbaren Bücher mitgebracht hatte. Sie kennen den Herrn Jesus nicht. Finden Zeremonien statt, bei denen beispielsweise die Verstorbenen angebetet werden, sind auch die »Christen« dabei. Sie glauben, das Fieber sei die böse Attacke eines Menschen, der einen Medizinmann oder eine Hexe bezahlt habe, um dem Kranken oder seiner Familie zu schaden. Deshalb rufen sie wiederum einen Medizinmann oder Zauberer, der mit schaurigen Ritualen und Gesängen den Fluch von dem Kranken abzuwenden sucht. Hat dies nichts gebracht, wird der Pastor der Kirche gerufen, damit er den Kranken heile. Daniel stellte fest: »Du musst ein Beter sein, um als echter Christ dort leben zu können!«

 

Wie können wir ihnen helfen?

Als er dieses Dorf besuchte, kam eine große Menschenmenge zusammen. Er teilte ihnen mit, dass er vom Missionswerk Voice of Hope aus Europa gekommen sei, um ihnen die frohe Botschaft von Jesus Christus zu erzählen. Ihre Augen strahlten vor Freude. Viele sogen begierig alles auf, was er predigte. Wer eine Bibel bekommen hatte, las mit. Es war kein Problem für sie, stundenlang zuzuhören. Sie sind offen für das Wort und die Predigt. Was ist der Grund für ihre Freude? Freuen sie sich darüber, das Evangelium zu hören? Das mag vielleicht bei einigen der Fall sein; aber im Moment freuen sich die meisten einfach nur darüber, dass jemand extra zu ihnen gekommen ist und ihnen ganz anders von Jesus erzählt, als sie es jemals gehört haben; sie ähneln darin vielleicht den Griechen in Athen, die Paulus zuhörten, als er ihnen von dem unbekannten Gott erzählte.

Lassen Sie uns gemeinsam Gott danken für diese wunderbare Gelegenheit, das Evangelium in Sierra Leone auszubreiten! Beten Sie dafür, dass diese Menschen Jesus Christus als den Sohn Gottes, als den Herrn erkennen und an Ihn glauben, sodass sie errettet werden!

Was wir im Moment für dieses afrikanische Dorf tun können:

1. Wir versorgen die Einwohner mit Bibeln und gesunder biblischer Literatur.

2. Wir senden ihnen gute Predigten und Vorträge auf CD zu.

3. Wir müssen alles dem Herrn vorlegen, und Er kann Herzen verändern. Er sieht ins Innere. Das Wort Gottes hat Kraft; wenn das Kreuz Christi gepredigt wird, ist es Gottes Kraft zur Errettung derer, die glauben.

4. Sie brauchen dringend Evangelisten, die ihnen die Wahrheit predigen. Bitte beten Sie dafür und unterstützen Sie die Reisen von Daniel Lusenie nach Afrika, damit er ihnen das Wort Gottes predigen kann!

5. Lassen Sie uns gemeinsam für weitere Möglichkeiten beten, um den Menschen in Sierra Leone zu helfen!