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MVH2019 2

Ausgabe 2/2019: Die Kraft des Evangeliums

Alles ist neu geworden

»Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen hinzugetan.« (Apg. 2,41)

Wie wird man zu einem Teil der geistlichen Gemeinschaft, die Gemeinde Jesu Christi heißt? Wenn wir über die Frage nachdenken, was es heißt, Christ zu werden, erkennen wir einen krassen Gegensatz zwischen dem, was die Apostelgeschichte lehrt, und der Vorstellung von heute.

Es gibt viele Leute, die sich Christen nennen. Wenn man sie aber fragt: »Was heißt es, Christ zu werden?«, dann wissen sie keine Antwort. Sie haben keine klare Vorstellung und erwidern vielleicht, dass man eben über Gott und über religiöse Dinge nachdenke, dass man versuche Gutes zu tun und ein anständiges Leben zu führen, und, nun ja, das sei es eben, dann sei man Christ. Oder vielleicht wurde man als Kind immer in die Kirche mitgenommen, und später ist man einfach dabeigeblieben. Moderne Schriftsteller wie z. B. Max Lucado, Sarah Young, Joyce Meyer und andere sagen: »Wo immer man Liebe oder Freundlichkeit findet, da findet man Gott.« Aber das ist weit entfernt von dem, was wir in der Apostelgeschichte lesen. Dort lesen wir etwas völlig anderes. Dort sind dreitausend Leute, die völlig verändert wurden. Was ist mit ihnen geschehen?

Das Denken, Handeln und die Sichtweise dieser dreitausend Menschen wurde völlig verändert. Wie kam es dazu? Als sie von Petrus daran erinnert wurden, was sie vor 50 Tagen getan hatten, wurde ihnen plötzlich klar, dass dieser Jesus, den sie so abgelehnt und verworfen hatten und Ihn damit ihrer Meinung nach so leicht losgeworden waren, der Eine war, der für sie lebenswichtig war. Sie verstanden, dass dieser Jesus »sowohl zum Herrn als auch zum Christus« gemacht wurde. Der Heilige Geist zeigte es ihnen – und zeigt es auch uns heute –,
dass Jesus Christus in die Welt kam, um Sünder zu retten, und dass die ganze Welt sich in einem Zustand der Sünde befindet. Und davon sind auch wir alle betroffen.

Es gibt keine größere Sünde als die, nicht zu sehen, wie nötig wir Jesus Christus haben. Die größten Sünder in der heutigen Welt sind diejenigen, die überhaupt nicht über Christus nachdenken. Die hoffnungslosesten Leute in den Evangelien sind die Pharisäer – und nicht die Zöllner und Sünder –, und zwar deshalb, weil sie nicht erkennen, dass sie Jesus brauchen. Ist das nicht dieselbe Tragödie, die wir auch heute erleben?

Doch was war mit diesen dreitausend geschehen? Ihnen war durch die Predigt von Petrus bewusst geworden, dass sie in Schwierigkeiten steckten. Es »drang ihnen durchs Herz«. Sie waren sich ihrer Schuld bewusst geworden, und nun hatten sie Angst. Ja, sie begriffen, dass ihnen nur eines übrig blieb: Sie konnten zum Herrn um Errettung schreien. Und sie fingen damit an, dass sie eine Frage an Petrus und die anderen Apostel richteten: »Was sollen wir tun, ihr Brüder?«

Petrus beantwortete die Frage, indem er zu den Leuten in Jerusalem sagte: »Tut Buße« – denkt um, ändert euer Denken – »und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.«

Veränderte Menschen, das ist wahres Christentum!

Liebe Missionsfreunde, in diesem Magazin berichten wir, wie der Herr in Seiner Gnade auch heute noch Menschen so verändert, dass man wirklich sagen kann: »Siehe, es ist alles neu geworden« (2. Kor. 5,17).

 


  

MVH2019 1

Ausgabe 1/2019: Die Kraft des Evangeliums

Das Evangelium des Reiches

»Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel! …« Matthäus 5,3-10

Wahre Christen leben in dieser Welt, aber sie gehören nicht zu ihr. Sie leben unter Nichtchristen, aber sie sind Bürger einer anderen Welt. Sie sind geistliche Bettler, die begriffen haben, dass sie in sich selbst völlig mittellos sind. Jesus sagt, sie seien eher sanftmütig als stolz; sie beklagen ihre Sünden, sie opfern sich auf und sind bereit, Verfolgungen auf sich zu nehmen, um Menschen das Evangelium Jesu Christi zu predigen. Der Christ und der Nichtchrist gehören zu zwei völlig unterschiedlichen Welten oder Reichen. Unser Herr beginnt und beendet die Seligpreisungen mit dieser Verheißung: »... denn ihrer ist das Reich der Himmel!«, weil es Seine Art ist zu sagen, dass das Erste, was wir als Christen über uns selbst realisieren müssen, dies ist, dass wir zu einem ganz anderen Königreich gehören.

Die Juden waren in einer rein materialistischen Vorstellung vom Königreich Gottes gefangen. Sie stellten sich dieses Königreich in politischer und militärischer Hinsicht vor, und die Absicht unseres Herrn war es nun, ihnen zu zeigen, dass Sein Reich ein geistliches Reich ist. Was aber ist dieses Königreich?

Im Wesentlichen ist damit die Herrschaft Christi gemeint beziehungsweise die Sphäre oder der Bereich, in dem Er regiert. Häufig hat unser Herr in Seinen irdischen Tagen gesagt, das Königreich sei schon anwesend. Wo immer Er gegenwärtig war und Seine Vollmacht ausübte, war auch das Königreich gegenwärtig.

Durch das Kommen Jesu hat Gottes Herrschaft begonnen; ihre Vollendung aber steht noch aus. Die Herrschaft Gottes ist gegenwärtig, aber noch nicht volle Wirklichkeit. Das Reich Gottes hat sich noch nicht in Seiner ganzen Macht offenbart. Ja, es ist schon da; es bricht sich durch das Wirken des Geistes und die Erfüllung des Missionsauftrags fortwährend Bahn, aber es wird erst in der Zukunft vollendet werden. Erst durch die weltweite Ausbreitung des Evangeliums wächst das Reich Gottes zu seiner vollen geschichtlichen Größe heran. Jesus sicherte Seinen Jüngern zu, dass durch die Kraft des Heiligen Geistes das Evangelium bis an das Ende der Erde getragen wird.

Wo und wann auch immer Christus als König angenommen wird, dort ist das Reich Gottes gekommen. Wir können zwar noch nicht sagen, dass Er jetzt schon überall in dieser Welt sichtbar herrscht, aber ganz gewiss herrscht Er in den Herzen und im Leben Seiner Kinder. Dort, wo das Evangelium Jesu Christi gepredigt wird, dort, wo Menschen Buße tun und an Christus glauben, dort ist das Königreich Gottes gegenwärtig. Dort herrscht Christus durch und mit jedem wahren Gläubigen.

Liebe Missionsfreunde, die Herrlichkeit des Evangeliums zeigt sich eben auf diese Weise: Je völliger die Gemeinde Jesu sich von der Welt absondert, desto größer ist die Anziehungskraft, die sie auf die Welt ausübt. Dann erst ist die Welt bereit, auf ihre Botschaft zu hören, obwohl sie diese Botschaft zunächst auch hassen mag.

Der Herr gebe uns allen ein Bestreben, uns so stark wie möglich von denen zu unterscheiden, die keine Christen sind. Unser Streben sollte sein, Jesus Christus ähnlich zu werden – je mehr, desto besser. Und je mehr wir Ihm ähnlich werden, umso unähnlicher werden wir dann all denen sein, die keine Christen sind.