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MVH2019 1

Ausgabe 1/2019: Die Kraft des Evangeliums

Das Evangelium des Reiches

»Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel! …« Matthäus 5,3-10

Wahre Christen leben in dieser Welt, aber sie gehören nicht zu ihr. Sie leben unter Nichtchristen, aber sie sind Bürger einer anderen Welt. Sie sind geistliche Bettler, die begriffen haben, dass sie in sich selbst völlig mittellos sind. Jesus sagt, sie seien eher sanftmütig als stolz; sie beklagen ihre Sünden, sie opfern sich auf und sind bereit, Verfolgungen auf sich zu nehmen, um Menschen das Evangelium Jesu Christi zu predigen. Der Christ und der Nichtchrist gehören zu zwei völlig unterschiedlichen Welten oder Reichen. Unser Herr beginnt und beendet die Seligpreisungen mit dieser Verheißung: »... denn ihrer ist das Reich der Himmel!«, weil es Seine Art ist zu sagen, dass das Erste, was wir als Christen über uns selbst realisieren müssen, dies ist, dass wir zu einem ganz anderen Königreich gehören.

Die Juden waren in einer rein materialistischen Vorstellung vom Königreich Gottes gefangen. Sie stellten sich dieses Königreich in politischer und militärischer Hinsicht vor, und die Absicht unseres Herrn war es nun, ihnen zu zeigen, dass Sein Reich ein geistliches Reich ist. Was aber ist dieses Königreich?

Im Wesentlichen ist damit die Herrschaft Christi gemeint beziehungsweise die Sphäre oder der Bereich, in dem Er regiert. Häufig hat unser Herr in Seinen irdischen Tagen gesagt, das Königreich sei schon anwesend. Wo immer Er gegenwärtig war und Seine Vollmacht ausübte, war auch das Königreich gegenwärtig.

Durch das Kommen Jesu hat Gottes Herrschaft begonnen; ihre Vollendung aber steht noch aus. Die Herrschaft Gottes ist gegenwärtig, aber noch nicht volle Wirklichkeit. Das Reich Gottes hat sich noch nicht in Seiner ganzen Macht offenbart. Ja, es ist schon da; es bricht sich durch das Wirken des Geistes und die Erfüllung des Missionsauftrags fortwährend Bahn, aber es wird erst in der Zukunft vollendet werden. Erst durch die weltweite Ausbreitung des Evangeliums wächst das Reich Gottes zu seiner vollen geschichtlichen Größe heran. Jesus sicherte Seinen Jüngern zu, dass durch die Kraft des Heiligen Geistes das Evangelium bis an das Ende der Erde getragen wird.

Wo und wann auch immer Christus als König angenommen wird, dort ist das Reich Gottes gekommen. Wir können zwar noch nicht sagen, dass Er jetzt schon überall in dieser Welt sichtbar herrscht, aber ganz gewiss herrscht Er in den Herzen und im Leben Seiner Kinder. Dort, wo das Evangelium Jesu Christi gepredigt wird, dort, wo Menschen Buße tun und an Christus glauben, dort ist das Königreich Gottes gegenwärtig. Dort herrscht Christus durch und mit jedem wahren Gläubigen.

Liebe Missionsfreunde, die Herrlichkeit des Evangeliums zeigt sich eben auf diese Weise: Je völliger die Gemeinde Jesu sich von der Welt absondert, desto größer ist die Anziehungskraft, die sie auf die Welt ausübt. Dann erst ist die Welt bereit, auf ihre Botschaft zu hören, obwohl sie diese Botschaft zunächst auch hassen mag.

Der Herr gebe uns allen ein Bestreben, uns so stark wie möglich von denen zu unterscheiden, die keine Christen sind. Unser Streben sollte sein, Jesus Christus ähnlich zu werden – je mehr, desto besser. Und je mehr wir Ihm ähnlich werden, umso unähnlicher werden wir dann all denen sein, die keine Christen sind.